Martin Winkler
Florian Genzken
Minju Kang


Alle drei stellen Ihre Arbeitsergebnisse gemeinsam im Februar 2027 im Künstlerhaus Meinersen aus.

MARTIN WINKLER

Martin Winkler wurde 1992 in Halle / Saale geboren und lebt in Göttingen. Er studierte Kunst bei Prof. Dierk Schmidt an der Kunsthochschule Kassel, sowie Journalism and Publishing an den Universitäten Magdeburg und Leipzig. Er setzte sich mit seiner Bewerbung zum von der Bösenberg-Stiftung ausgeschriebenen Stipendiums-Thema “Lächeln” durch.

Der Künstler arbeitet medienübergreifend mit Malerei, Zeichnung und Installation. Im Zentrum seiner künstlerischen Praxis stehen
Erinnerungskultur, queere Geschichte und Popkultur sowie die Frage, wie persönliche und kollektive Erfahrungen durch Bilder, Humor und Symbolik neu erzählt werden können. Seine Arbeiten verbinden kunsthistorische Bezüge mit Elementen der Alltags- und Popkultur und schaffen Bildwelten, die gleichermaßen spielerisch wie gesellschaftskritisch sind.

Mit dem Aufenthalt im Künstlerhaus Meinersen setzt er seine Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur, queerer Geschichte und den Erzählformen der Popkultur fort und entwickelt seine interdisziplinäre Arbeitsweise konsequent weiter.

https://winklermartin.com

MINJU KANG

wurde 1993 in Seoul, South Korea, geboren.
Sie studierte
2017-2023 Painting, class Prof. Thomas Scheibitz, Kunstakademie Düsseldorf, Düsseldorf, Germany
2023 Meisterschülerin of Prof. Thomas Scheibitz
2012-2015 Painting, Sejong University, Seoul, Korea

Minju Kang wird ihr Stipendium im Winter 2026/207 antreten. Sie hat die Jury der Bösenberg-Stiftung mit ihrer Malerei und ihrem Konzept zum Auschreibungsthema „Lächeln“ überzeugt

Konzept
Für das Stipendium „Smile“ untersuche ich das Lächeln nicht als Ausdruck reiner Freude, sondern als ambivalente Geste zwischen Humor und Unbehagen. Im Zentrum steht ein Lächeln, das nicht eindeutig ist: das verlegene Lächeln vor sprachlichen Hürden, das maskierende Lächeln der Einsamkeit, oder ein Lächeln, das entsteht, wenn etwas im Alltag minimal „nicht stimmt“.
In meinen Bildern erscheint das Lächeln oft nicht als Gesichtsausdruck, sondern als Atmosphäre. Es entsteht in Momenten, in denen man lachen möchte, aber nicht sicher ist, warum. Ich möchte diese fragile Stimmung sichtbar machen, indem ich realistische Bildräume mit leicht verschobener Logik kombiniere.
Arbeitsweise
Ausgangspunkt meiner neuen Arbeiten sind alltägliche Fotografien und Beobachtungen: Straßen, Innenräume, scheinbar harmlose Situationen. Diese Motive übersetze ich in Malerei und verändere sie durch unerwartete Gegenstände, falsche Maßstäbe oder räumliche Brüche. So entsteht ein Zustand, in dem der Blick zwischen Vertrautheit und Irritation pendelt.

https://minjukang.de

FLORIAN GENZKEN

Florian Genzken (geb. 1994, München) hat Bildende Kunst in München, Wien und Paris studiert und 2024 sein Diplom an der Akademie in Wien abgeschlossen, er lebt in Paris. Seine Praxis umfasst Malerei, Fotografie, Druckgrafik und Video und untersucht, wie Bilder, Objekte und Körper durch Darstellungskonventionen geprägt werden. Durch subtile Verschiebungen oder Neukontextualisierung vertrauter Formen, macht er die unserer (visuellen) Kultur eingeschriebenen Strukturen sichtbar. Seine Arbeiten hinterfragen Autorschaft, Wahrnehmung und den Status von Bildern als Kunstwerke und bedienen sich dabei Strategien, die von Humor bis Minimalismus reichen. Indem er Momente hervorhebt, in denen das Alltägliche beginnt, seine codierten Regeln und Rollen preiszugeben, regt er dazu an, die leise Wirksamkeit von Bildern und unser Verhältnis zu ihnen bewusster wahrzunehmen. Das Ganzkörperfoto ist von Fritz Enzo Kargl, das Portrait von Lars Brønseth.

www.floriangenzken.net